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25 Jahre Agenda OÖ
Oberösterreich
26.07.2023

2011–2018: Die Innovationsphase

Mit der Integration der Leitstelle Agenda 21 in die neu gegründete Zukunftsakademie verknüpft die Agenda 21-Arbeit in Oberösterreich die Themen Beteiligung und Zukunft. Ziel ist es, Eigeninitiative und Innovation auf lokaler Ebene zu stärken. Der Fokus liegt auf der Anwendung neuer Methoden und auf der Entwicklung von zukunftsorientierten Modellprojekten.


2011

Die Leitstelle Agenda 21 wird in der neu gegründeten Oö. Zukunftsakademie verankert.

Das neue Agenda 21-Handbuch dient als Grundlage für Methodik und Qualitätssicherung.

Straß im Attergau gründet einen eigenen Umsetzungsverein „Gemeinsam.Leben.Straß“. Ein Familienwohngebiet im Ortszentrum wird geschaffen, eine Gewerbemeile organisiert und 2016 die FoodCoop „Atterguat“ gegründet. Das Freibad wird mit ehrenamtlicher Unterstützung betrieben. 2018 folgt ein neuerlicher Follow-Up Prozess.

 

„Agenda 21 hat in unserer Gemeinde viele konkrete Projekte und Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität entstehen lassen. Bürgerbeteiligung ist jetzt mehr als ein Schlagwort und über den Verein „Gemeinsam.Leben.Straß“ bringen sich nach wie vor viele Bürgerinnen und Bürger aktiv in die Gestaltung unserer Gemeinde ein.“

Vbgm. Thomas Mayrhofer (Straß im Attergau)

 

Windhaag bei Freistadt setzt auf ein Miteinander der Kulturen, initiiert die Lebensstilwoche "Bewusst.Zufrieden.Gesund“ und führt 2012 den ersten Jugendrat in OÖ durch.

Im Rahmen der Pfarragenda 21 Weyregg wird das Projekt „Herrenlose Früchte - Sammeln und Verwerten von ungenutztem Obst in der Gemeinde“ gestartet.

 

2012

 

Beginnend mit 2012 werden im Rahmen von Agenda 21-Prozessen bis 2023 über 40 Bürgerräte durchgeführt.

Der 1. Bürgerhaushalt in Österreich wird 2012 in Vorderstoder als innovatives Modellprojekt durchgeführt.

Braunau richtet ein Agenda 21-Bürgerbüro ein und setzt Projekte wie Stadtoase (jährliches Fest), Nachbarschaftsradeln mit der Aktion „Zu gut für die Tonne“, „Zusammenleben in Braunau“, „Hatschn und Ratschn“ etc. um.

Altmünster führt 2012 den 1. kommunalen Bürgerrat in Oberösterreich durch und arbeitet ab 2018 im Themennetzwerk „Barrierefrei am Traunsee“ mit.

Innerschwandt beschäftigt sich seit 2014 mit dem Schwerpunkt „Regionale Lebensmittel“, z.B. mit einem jährlichen Sommermarkt lokaler Produzenten und dem Aufstellen von 25 Kartoffelpyramiden im ganzen Ort.

Niederthalheim entwickelt sich mit der Agenda 21 zur „Wunschwohnortgemeinde“ und setzt Maßnahmen für zentrumsnahes Wohnen, Energieprojekte und Mobilitätsinitiativen um.

Durch den Agenda 21-Prozess setzt Schiedlberg 2013 das „gschäft´l“,  eine neue, mittels „Bausteinen“ von der Bevölkerung vorfinanzierte und von 25 Ehrenamtlichen laufend betreute, Nahversorgerlösung um.

Mit "LUCY“ (Level Up Your City) startet in Vöcklabruck 2012 ein Jugendbeteiligungsmodell, begleitet von verschiedensten Aktivitäten (z.B. Online Kulturmagazin „Kirtag“, mobile Fahrradwerkstatt „Velobruck“, Jugendrat). 2022 wird erneut ein Jugendrat durchgeführt.

 

2013

 

Die Region Steyr-Kirchdorf startet den ersten Gecko-Lehrgang zur Unterstützung der Gestaltungskompetenz regional Engagierter. Es folgen sechs weitere Gecko-Lehrgänge in allen Regionen Oberösterreichs. Bis 2018 werden mehr als 120 lokale und regionale Multiplikator/innen ausgebildet. 2019 folgt „Co-Design Zukunft“ als überarbeitetes Lehrgangskonzept.

Das Open-Innovation-Tool „Ideenkanal“ wird in Wels und in der Region Innviertel-Hausruck umgesetzt und von einem ehrenamtlichen Mentor/innen-Netzwerk unterstützt.

2013 verbinden Hinterstoder und Munderfing ihre Agenda 21-Arbeit mit den Zukunftsorten,  der Plattform innovativer Gemeinden Österreichs, 2016 folgt Kronstorf.

Neuzugezogene werden in Kirchschlag jährlich zur „Kirchschlagtour“ eingeladen. Die FoodCoop „Kirchschlager Speis“ stärkt seit 2015 die regionale Nahversorgung. Die Stiftervilla wird saniert und ein Nutzungskonzept samt Veranstaltungsprogramm entwickelt. Das Naherholungsgebiet Breitenstein wird vor allem für Familien erweitert.

 

„Unser Agenda 21-Prozess hat mich aus zweierlei Gründen fasziniert: einerseits konnten wir Projekte umsetzen, die ohne Agenda 21 kaum machbar gewesen wären und ande­rerseits haben sich Kirchschlager/ innen eingebracht, die bislang nie öffentlich in Erscheinung getreten sind, aber die bes­ten Ideen hatten.“

Bgm. a. D Gertraud Deim (Kirchschlag)

 

Im Rahmen der Regionalen Agenda 21 „Nationalpark Kalkalpen“ werden die Auswirkungen des demografischen Wandels für die Zielgruppe „Junge Erwachsene“ bearbeitet: Entwicklung des Online-Tools Gemeindcheck Modernes Landleben, Aufzeigen von Nutzungsvarianten fürmodernes Leben und Wohnen.

 

„Seit 5 Jahren arbeiten wir am Thema „Modernes Landleben“. Adäquate Wohnmöglichkeiten sind entscheidend, damit junge Erwachsene in der Region bleiben oder zurückkommen. In 10 Gemeinden haben wir mit den jungen Erwachsenen zukunftsorientierte Wohnkonzepte entwickelt. Jetzt liegt es an den Gemeinden, diese umzusetzen.“

LAbg. Bgm. Christian Dörfel (Gemeinde Steinbach an der Steyr)

 

Rüstorf gründet 2014 die aus dem Agenda-Prozess entstandene FoodCoop „Gutes von Dahoam“ sowie die Theatergruppe „Lachkrampf“.

St. Aegidi setzt im Agenda 21-Prozess auf die Verbindung gestalterischer, sozialer und wirtschaftlicher Komponenten: Nachnutzung des Kirchenwirts, Ortsplatzgestaltung, offenes Bürgerregal, Impulskonzept für ein multifunktionales Gemeindehaus etc.

 

2014

 

Im Österreichischen Programm für ländliche Entwicklung 2014-20 ist die Agenda 21 ein eigener Förderschwerpunkt.

Neues OÖ. Agenda 21-Fördermodell mit verschiedenen Prozess- und Projektmodulen, verpflichtender Zufallsauswahl, 2-Jahres-Umsetzungsprogramm, gemeindeübergreifenden Themennetzwerken etc.

Start der Agenda 21-Aktion „Appetit auf Zukunft“, in deren Rahmen 7 Foodcoops aufgebaut werden.

Mit „Viel Projekt für wenig Geld“ werden 36 einfache Projektideen zum Nachahmen in drei Kartensets - 2014 Vol 1, 2015 Vol 2, 2016 Vol 3 – aufbereitet (www.agenda-zukunft.at/viel-projekt-fuer-wenig-geld).

Im Follow Up-Prozess Eberstallzell erarbeiten Vereine, die Schule, die Pfarre und engagierte Bürger/innen ein Konzept für einen Ort der Begegnung im Ortszentrum.

Veranstaltungsformate wie das „Erzählcafe“ bringen in Kirchdorf am Inn neue Perspektiven zu vielfältigen Themen und schaffen Begegnung zwischen „Dosigen“ und „Neu Zugezogenen“.

Seit dem Agenda 21-Prozess findet in Schardenberg jährlich der Generationenwandertag statt und der Mütter- und Zwergerltreff wird gestartet.

Tragwein führt mit 34 Teilnehmer/innen den größten Bürgerrat durch. Ein digitales Nachschlagewerk über die Tragweiner Vereine und Organisationen entsteht. Der „Freizeitverein Badesee“ übernimmt die Pflege des Sees und betreibt das Buffet.

Im Agenda 21–Themennetzwerk Otelo Hochland entwickelten die Gemeinden Neumarkt, Gutau, Windhaag, Freistadt und die Region Mühlviertler Alm gemeinsam ein Konzept für Otelos im ländlichen Raum. Inzwischen haben alle 5 einen eigenen Otelo-Standort.

 

2015

 

Die Agenda 2030, das neue weltweite Nachhaltigkeitsprogramm der Vereinten Nationen, mit den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) wird von 193 Mitgliedsstaaten unterzeichnet.

Die Begegnung der Generationen ist in Auerbach ein wesentliches Thema des Agenda 21-Prozesses, im Zuge dessen der „Generationenspielplatz“ realisiert wird.

Kematen an der Krems entwickelt mit dem Projekt „Garfields Mittagstisch“ ein bedarfsgerechtes Betreuungsangebot für Volksschulkinder. Ein weiterer Schwerpunkt ist das Thema Jugend.

Palting stellt die Ideen und Visionen der Bürger/innen in einem Kurzfilm dar. Rastplätze werden mit modernen Sitzbänken ausgestattet (Zeitbänke), welche mit Karten und Postkasten ein Feedback an die Gemeinde ermöglichen.

In Scharnstein beteiligen sich 400 Bürger/innen am Agenda 21-Prozess. Zwei der vielen Projekte sind der Masterplan für die Gestaltung einer „Nachhaltigen Ortsmitte“ und der „Nahversorgergutschein ALMRO“, der mit über 80 Betrieben und den Nachbargemeinden St. Konrad und Grünau entwickelt wird. Im September 2016 wird Scharnstein als österreichweiter Agenda 21-Prozess des Monats ausgezeichnet. Seit 2020 koordiniert ein eigenes „Zukunftsbüro“ die zahlreichen Agenda 21 Aktivitäten.

Steyregg positioniert sich als „Mitmachstadt“ und eröffnet 2018 im Rahmen des Schwerpunkts „Grüne Stadt“ den Stadtgarten.

 

2016

 

Mit dem Bürgercockpit wird in Zusammenarbeit mit der Universität Salzburg ein digitales Beteiligungsinstrument für die Agenda 21 in Oö. entwickelt. Die pilothafte Anwendung startet 2017 in Michaelnbach und Steyregg.

Reichersberg erarbeitet ein Konzept zur Leerstandsbelebung im Ortskern. 2018 wird die FoodCoop „s’INNkistl“ gestartet, welche den ehemaligen Nahversorger mit Leben erfüllt.

 

„Durch den Agenda 21 Pro­zess in Unterach ist klar geworden, dass es die Ideen und Sichtweisen von vielen braucht, um komplexe Heraus­forderungen im ländlichen Raum zu lösen. Bewegen kann sich nur etwas, wenn wir uns selbst bewegen. Es braucht Beteiligung, Co-Kreation und neue Formen der Zusammenarbeit.“

Agenda 21-Kernteamleiterin Anita Eder (Unterach)

 

Traunkirchen entwickelt das Leerstandskonzept „Historisches Wohnen“. Eine multifunktionale Nutzung der Naherholungsfläche „Bräuwiese“ wird angestrebt. Im Projekt „Sozialplattform“ geht es um das Miteinander und die Vernetzung der Bürger/innen. 

Wolfsegg setzt auf eine gute Willkommenskultur und arbeitet an einem Gemeindeentwicklungskonzept zur Vorbereitung der Landesgartenschau 2023.

 

2017

 

Jahresthema Digitalisierung im Oö. Agenda 21-Netzwerk mit den Schwerpunkten „Digitaler Lebensraum“ sowie „Breitband und Bürgerbeteiligung“.

Munderfing erprobt im Rahmen eines innovatives Modellprojekts das Entscheidungsfindungsmodell „Systemisches Konsensieren“ mit dem Ziel es im Gemeinderat als Basis für tragfähige Entscheidungen zu verankern.

Im Themennetzwerk „Barrierefrei rund um den Traunsee“ erarbeiten Altmünster, Gmunden, Ebensee und Traunkirchen gemeinsame Maßnahmen zur Umsetzung der Barrierefreiheit.

Im Themennetzwerk „Mulitlokalität – vom Leben daZWISCHEN zum daHEIM“ der Gemeinden Maria Neustift, Großraming und Steinbach an der Steyr werden die Chancen und Potenziale (Wissen, Talente etc.) multilokal lebender junger Erwachsener für ihre Gemeinden ausgelotet.

In Unterach am Attersee wird ein „Büro für Bürgerbeteiligung“ konzipiert, das Ehrenamt und Bürgerengagement unterstützen soll. Das Partizipationsprojekt „Kinder.Leben in Unterach“ wird mit dem Staatspreis für Schule und Unterricht ausgezeichnet.

Die Überparteilichkeit des Agenda 21-Prozesses ist der Gemeinde Zwettl an der Rodl ein wichtiges Anliegen. Anfang 2018 startet der Agenda 21-Aktionstag, bei dem an 5 Stationen im Ort etwa 150 Bürger/innen ihre Ideen und Anliegen einbringen.

 

2018

 

Einführung neuer Veranstaltungsformate: Agenda 21-Themenlabor zur anwendungsorientierten Aufbereitung regionaler Schwerpunktthemen und Agenda 21-Projektlabor, in dem Projektideen mit der Methode „Design for Wiser Action“ gemeinsam konkretisiert werden.

Beschluss der Landesumweltreferentenkonferenz zur Weiterentwicklung des österreichweiten Agenda 21-Modells im Sinne der Agenda 2030/SDGs.

Mit dem innovativen Modellprojekt „Landspinnerei“ entwickelt St. Aegidi ein Nutzungskonzept im neuen Bürger/innen-Haus für modernes Leben und Arbeiten am Land.

Im Agenda 21-Prozess von Jeging geht es um die Etablierung einer dauerhaften, kooperativen Beteiligungskultur sowie um die Einbindung Neuzugezogener und um die Hebung ihrer Potenziale.

Kleinzell bearbeitet im Agenda 21-Prozess die Themen Zuzug von Jungfamilien, Schaffung von geeignetem Wohnraum und bedarfsgerechte Weiterentwicklung der vorhandenen Infrastruktur.

Ein besonderer Schwerpunkt im Agenda 21-Prozess der Gemeinde Oberneukirchen liegt in der zukunftsfähigen Bauland-und Ortskernentwicklung der 3 Ortsteile Oberneukirchen, Traberg und Waxenberg. Es folgen erfolgreiche Projektumsetzungen im Bereich Nahversorgung.

Perwang hat aufgrund der Nähe zu Salzburg einen starken Zuzug. Die Einbindung Neuzugezogener und deren Potenziale sind neben ressourcenschonender Siedlungsentwicklung Kernthemen im Agenda 21-Prozess.

 

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