Michaelnbach gestaltet Zukunft gemeinsam – Bürgerbeteiligung bei der Raumplanung
Die Gemeinde Michaelnbach, Mitglied im Netzwerk der Zukunftsorte, geht bei der Überarbeitung ihres Flächenwidmungsplans und des Örtlichen Entwicklungskonzepts (ÖEK) einen beispielhaften Weg: die Aufgabe wird im Rahmen eines Agenda.Zukunft Follow Up - Prozesses offen, transparent und mit aktiver Einbindung der Bevölkerung gestaltet.
Vom Zukunftsbild zur Umsetzung
Aufbauend auf dem im Zukunftsprozess „Michaelnbach 2035“ entwickelten Leitbild startet nun die nächste Phase: Die planerischen Grundlagen für die künftige Entwicklung werden überarbeitet. Ziel ist es, Michaelnbach nachhaltig, lebenswert und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln.
„Boden, Raum und Gemeinschaft sind unsere wertvollsten Güter. Wie wir heute planen und entscheiden, bestimmt, wie wir morgen leben. Deshalb setzen wir auf eine verantwortungsvolle Entwicklung, die das Wohl aller im Blick behält“,
betont Bürgermeister Ing. Martin Dammayr.
Warum Boden ein Zukunftsthema ist
Der bewusste Umgang mit Grund und Boden zählt zu den zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Michaelnbach möchte Zersiedelung vermeiden, landwirtschaftliche Flächen schützen und gleichzeitig Raum für Wohnen, Wirtschaft und Gemeinschaft schaffen. Durch kluge Planung sollen Lebensqualität, Nachhaltigkeit und regionale Wertschöpfung langfristig gesichert werden.
Gelungener Auftakt am 10. November
Einen erfolgreichen Start nahm der Beteiligungsprozess am 10. November im Gasthaus Schörgendorfer. Die Veranstaltung bot eine gelungene Mischung aus fachlicher Information und anschaulichen Beispielen aus dem Film „Stadt Land Boden“ des Vereins Landluft. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nahmen die Gelegenheit wahr, sich zu informieren, mitzudiskutieren und eigene Ideen einzubringen.
Im Mittelpunkt des Abends standen die Grundlagen der Raumordnung sowie die gesellschaftliche Verantwortung für einen bewussten Umgang mit Grund und Boden. Dabei wurde deutlich, dass nachhaltige Gemeindeentwicklung nur durch ein Zusammenspiel von Planung, Politik und aktiver Beteiligung der Bevölkerung gelingen kann.

Einblick aus studentischer Perspektive
Für besondere Impulse sorgte RURASMUS-Studentin Charlotte (Lotti) vom Kolke, die Einblick in die Erkenntnisse ihres Semesters gab. Sie beschäftigte sich mit der Frage, welche Auswirkungen die Einbindung von Bürger:innen auf die Gemeindeentwicklung hat – und was andere Gemeinden daraus lernen können.
Ihre Ergebnisse zeigten:
- Die aktive und qualitative Gestaltung des öffentlichen Raumes ist eine zentrale Aufgabe der Gemeinde.
- Ein bewusstes und aktives Flächenmanagement bildet die Grundlage für zukünftige Entwicklungen.
- Die Absicherung der Nahversorgung sowie multifunktionale Nutzungen von Gebäuden sind entscheidende Erfolgsfaktoren.
- Eine bewusste Innenentwicklung stärkt Ortskerne und verhindert Zersiedelung.
Austausch und Inspiration
Ein Büchertisch mit inspirierenden Beispielen und Anregungen ergänzte das Angebot und lud zum Schmökern ein. Auch nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung blieb man noch lange beisammen, um weiterzudiskutieren und Ideen auszutauschen – ein sichtbares Zeichen für das große Interesse und Engagement der Bevölkerung.
Dialog und Beteiligung
Die Auftaktveranstaltung bildete den Beginn einer ganzen Reihe von Informations- und Themenveranstaltungen, bei denen sich die Bürgerinnen und Bürger über die Hintergründe der Raumplanung informieren und ihre Ideen einbringen können. Darüber hinaus werden Gespräche in den Ortsteilen sowie Einzelberatungen angeboten, um individuelle Perspektiven zu berücksichtigen.
Fachliche Begleitung und Unterstützung
Begleitet wird der Prozess von DI Wolfgang Krebs (Architekt DI Krebs ZT GmbH, Grieskirchen). Die Moderation übernimmt Gabriele Höfler, erfahrene Moderatorin und Mediatorin für Gemeindeentwicklungsprozesse.
Weiterführende Informationen
Sonderzeitung zur partizipativen Überarbeitung der Raumordnung
