Blick von hinten über die Stuhlreihen in einer Sporthalle während des Impulsabends. Der Raum ist gut besucht mit vielen Bürgerinnen und Bürgern unterschiedlichen Alters. Vorne links steht eine Referentin neben einer Projektionsfläche, auf der die Folie „Wie geht es jetzt weiter?“ der Gemeinde Straß im Attergau zu sehen ist. Im Hintergrund befinden sich Sprossenwände, ein Basketballkorb und Plakate mit Arbeitsergebnissen an den Wänden.
News
Straß im Attergau
03.09.2026

Gemeinsam.MITTENDRIN.Leben in Straß im Attergau: Neuer Lebensraum im Ortskern

Wie soll Straß im Attergau in Zukunft aussehen? Wo wollen Menschen wohnen, einander begegnen und ihren Alltag verbringen? Mit dem agenda.zukunft FollowUp-Prozess „Gemeinsam.MITTENDRIN.Leben“ macht sich die Gemeinde auf den Weg, ihren Ortskern neu zu denken – gemeinsam mit den Menschen vor Ort. Die Verlegung der Hochspannungsleitung macht es möglich.

Im Zentrum von Straß im Attergau eröffnet sich derzeit eine besondere Chance für die zukünftige Ortsentwicklung: Durch die Verlegung einer Hochspannungsfreileitung wird eine Fläche im Ortszentrum frei. Was heute noch eine ungenutzte Fläche ist, könnte künftig zu einem neuen Mittelpunkt des Ortes werden – mit attraktiven Wohnmöglichkeiten, Begegnungsorten und sicheren Wegen.
Die Gemeinde möchte diese Entwicklung nicht dem Zufall überlassen. Im Rahmen des agenda.zukunft FollowUp-Prozesses „Gemeinsam.MITTENDRIN.Leben“ werden daher gemeinsam mit Bürger:innen, Grundeigentümer:innen, Politik, Verwaltung und Fachplanern Ideen und Nutzungsmöglichkeiten für das neu zu erschließende Areal entwickelt. Der Beteiligungsprozess soll eine wichtige Grundlage für einen künftigen Bebauungsplan bilden und zugleich konkrete Projekte anstoßen.

Wie kann diese Fläche genutzt werden und einen Mehrwert für den Ort und die Bevölkerung stiften?

Der Prozess begann mit einem Blick auf das, was Straß auszeichnet, aber auch, was der neue Lebensraum in der Ortsmitte braucht. Bei den Ideengesprächen beteiligten sich insgesamt 47 Personen aus Straß und 13 externe Gesprächspartner:innen.
Dabei wurde deutlich: Die Menschen schätzen Straß als Ort mit hoher Lebensqualität. Besonders positiv hervorgehoben werden die Gemeinschaft und das aktive Dorfleben, die Nähe zur Natur, die Ruhe und Überschaubarkeit sowie die guten Bedingungen für Kinder und Familien. Vereine und Feuerwehren werden als wichtige Träger des sozialen Zusammenhalts wahrgenommen. Auch die gute Erreichbarkeit, die vorhandenen Einrichtungen und die positive Entwicklung des Ortes werden geschätzt.
Gleichzeitig zeigen die Gespräche klar, wo Entwicklungspotenzial liegt: Dem Ortszentrum fehlt derzeit ein deutlich erkennbarer Mittelpunkt. Die Durchzugsstraße prägt das Ortsbild, Aufenthaltsqualität und Begegnungsmöglichkeiten fehlen. 

Wie wollen die Straßer:innen wohnen? Welche Wohnformen braucht es?

Im Rahmen von Ideengesprächen wurde gefragt, wie Menschen künftig im Straßer Zentrum wohnen möchten. Es zeigte sich der Bedarf von leistbarem Wohnraum für unterschiedliche Lebensphasen – von Starterwohnungen für junge Menschen über Wohnangebote für Familien bis hin zu barrierefreien und gemeinschaftlichen Wohnformen für ältere Menschen.
Dabei soll der dörfliche Charakter erhalten bleiben. Gewünscht werden überschaubare, gut gestaltete Wohnformen mit privaten Rückzugsmöglichkeiten, aber auch gemeinschaftlich nutzbaren Bereichen. Generationenwohnen, alternative Wohnformen und gemeinschaftliche Räume werden als Chancen gesehen, ebenso die Verbindung von Wohnen, Alltag und Begegnung.

Die Voraussetzung: ein sicherer und verkehrsberuhigter Ortskern

Verkehrsberuhigung, sichere Geh- und Radwege, sichere Schulwege und weniger Schwerverkehr werden als wesentliche Voraussetzungen für einen attraktiven Ortskern genannt. Die Ortsmitte soll Treffpunkt und Begegnungsmöglichkeit sein – ein Ort, an dem Menschen sitzen, miteinander reden und Zeit verbringen können. Genannt werden etwa ein Dorfplatz, ein Dorfcafé oder Bistro.

Die Vision ist klar

Straß soll auch in Zukunft seinen dörflichen Charakter bewahren und gleichzeitig einen lebendigen, gut gestalteten Ortskern bekommen.
Ein Ortskern, in dem Menschen gerne wohnen. In dem Kinder sicher unterwegs sind. In dem ältere Menschen gut ihren Alltag bewältigen können. In dem junge Menschen leistbaren Wohnraum finden und Familien gute Rahmenbedingungen vorfinden. Und in dem Begegnung und Gemeinschaft einen sichtbaren Platz bekommen.
Gleichzeitig sollen Leerstände vermieden, junge Menschen im Ort gehalten und der Dorfcharakter bewahrt werden. So werden auch für die zukünftige Nutzung des „Hofinger Hauses“ im Ortskern Perspektiven entwickelt.

Straß erarbeitet mit der Bevölkerung eine Grundlage für den Bebauungsplan

Der Prozess startete im Februar 2026 mit einem ersten Treffen des neu aufgebauten agenda.zukunft-Kernteams. Neben der Sammlung erster Ideen stand dabei vor allem die Vorbereitung der nächsten Beteiligungsschritte im Mittelpunkt. Das Kernteam wurde für die Durchführung der Ideengespräche geschult und gemeinsam wurden der öffentliche Impulsabend sowie die Exkursion zu Modellprojekten vorbereitet.
Die Ideengespräche brachten schließlich eine große Vielfalt an Perspektiven zusammen. Die Ergebnisse zeigen zugleich eine klare gemeinsame Richtung: Die Straßer Ortsmitte soll lebendig, familienfreundlich, grün, ruhig und einladend sein – ein Ort, an dem Begegnung möglich ist, ohne dass die gewachsene dörfliche Atmosphäre verloren geht.
Am 17. Juni 2026 wurden die Ergebnisse bei einem öffentlichen Impulsabend vorgestellt und gemeinsam mit den Teilnehmer:innen diskutiert. Damit wurden die gesammelten Vorstellungen und Bedürfnisse zum Ausgangspunkt für die nächsten Schritte.

Der Blick über die Gemeindegrenzen – zweitägige Exkursion nach Bayern

Wie andere Gemeinden mit ähnlichen Herausforderungen umgehen, konnten die Beteiligten bei einer zweitägigen Exkursion Ende August nach Bayern erleben. Besucht wurden Modellprojekte zu gemeinschaftlichem und generationenübergreifendem Wohnen, Wohnen im Alter, Wohnen für Familien sowie zur Gestaltung von Begegnungsorten. Auf dem Programm standen unter anderem Wohnprojekte in Unterwössen und Weyarn sowie Projekte in Bad Feilnbach und Kirchanschöring.
Solche Beispiele machen sichtbar, wie neue Wohnformen, gemeinschaftliche Räume, Verkehrsberuhigung und innovative Mobilitätsangebote miteinander verbunden werden können und liefern Anregungen für die weitere Entwicklung in Straß.

Eine Gruppe von etwa 15 Personen steht und sitzt in einem Halbkreis auf einem gepflasterten Platz im Freien und hört aufmerksam einem Mann im weißen Hemd zu, der links steht und spricht. Die Teilnehmer sind leger gekleidet, teilweise in kurzen Hosen oder traditionellen Lederhosen. Der Platz ist von Bäumen, Büschen und einem mehrstöckigen modernen Wohngebäude im Hintergrund umgeben. Die Stimmung wirkt entspannt und aufmerksam.

Der agenda.zukunft FollowUp-Prozess „Gemeinsam.MITTENDRIN.Leben“ zeigt, wie nachhaltige Raumplanung und Gestaltung des Ortskerns gemeinsam mit der Bevölkerung aussehen kann.

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Eine professionelle Titelgrafik mit dem Logo „agenda.zukunft. NETZWERK OBERÖSTERREICH“ oben rechts. Im Mittelpunkt steht eine Foto-Kombination, die eine zukunftsorientierte dörfliche Gemeinschaftsszene darstellt. Fünf Personen unterschiedlichen Alters sitzen an einem Tisch im Freien auf einem belebten Dorfplatz bei Sonnenuntergang und arbeiten gemeinsam an einem digitalen, schwebenden 3D-Stadtmodell und einem Tablet. Eine weitere Person steht im Hintergrund und bringt Notizen an einer großen Schautafel mit Dorfplänen an. Über der Szene sind vernetzte Icons für Nachhaltigkeit, Gemeinschaft und Technologie eingeblendet. Unten links ist der Titel in weißem Text auf dem Bild platziert: „Leitfaden für Gemeinden. KI IN DER REGIONALEN ZUKUNFTSARBEIT“
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