Fünf Windräder auf einem Bergrücken
News
25 Jahre Agenda OÖ
Munderfing, Lengau
31.05.2023

Die Energiewende in Agenda.Zukunft-Gemeinden

Die Energiewende ist ein wichtiges Thema in vielen Agenda.Zukunfts-Prozessen und erlebt durch die aktuellen Herausforderungen eine neue Dringlichkeit. Der Weg hin zu erneuerbaren Energiequellen erfordert große Anstrengungen von jedem Einzelnen. Agenda.Zukunft-Gemeinden setzten dabei auch auf die Menschen vor Ort, um gemeinsam Projekte für eine klimaneutrale Gemeinde zu verwirklichen.

Die Agenda.Zukunft - Gemeinde Munderfing im Bezirk Braunau hat im vergangenen zwei Jahrzehnten neue Maßstäbe im Bereich erneuerbarer Energien gesetzt. Ausgangspunkt war das Jahr 2003. Damals wurde mit großer Bürgerbeteiligung ein Energiekonzept zum Umstieg auf saubere Energie bis 2035 erstellt. Ziel war es, die Energieversorgung umweltfreundlich und unabhängig zu gestalten. Der Gemeinderat hat daraufhin den Beschluss gefasst, den Energiebedarf Munderfings komplett durch Erneuerbare Energie zu decken. Windstrom spielte dabei eine besonders große Rolle. 

20 Jahre später ist der „Windpark Munderfing“, der aus 6 Windkraftanlagen besteht und einer Gesamtleistung von 18,5 Megawatt hat, das eindrucksvolle Ergebnis. Der Windpark wurde im Jahr 2014 in Betrieb genommen und trägt seither maßgeblich zur lokalen Energieversorgung und CO2-Einsparung bei. Es ist der erste Windpark, der sich mehrheitlich im Besitz einer österreichischen Gemeinde befindet und hierdurch eine besondere Art der Bürgerbeteiligung forciert. Dadurch, dass die Gemeinde das Projekt betreibt, sind auch all jene Gemeindebürger*innen beteiligt, die selbst keine Möglichkeit für eine Beteiligung hätten. 

"Munderfing ist die erste Gemeinde in Österreich, die einen eigenen Windpark betreibt. Es handelt sich dabei um das größte Bürgerbeteiligungsmodell. Wir setzen damit neue Maßstäbe und zeigen auf, was moderne Standortpolitik bedeutet.“
 Martin Voggenberger, Bürgermeister Munderfing

Im Zukunftsprofil der Gemeinde Munderfing wurde „Energie“ als langfristiges Kernthema verankert. Eine Vielzahl an Projekte wie die „Munderfinger Sonnendächer“, „30 Elektroautos an 365 Tagen“ oder der „Energie Lehrpfad“ sollen einen weiteren Beitrag zur Energiewende Munderfings leisten.   

Windpark Munderfing 

Agenda.Zukunft Gemeinde Munderfing

 

Auch in der Gemeinde Lengau soll laut Zukunftsprofil die Energiezukunft erneuerbar werden. Im Rahmen des Agenda-Zukunftsprozesses hat sich eine Arbeitsgruppe „Klimaschutz leben“ mit Fokus auf Erneuerbare Energie und Mobilität formiert und gemeinsam mit der Gemeinde in kürzester Zeit unterschiedliche Projekte angestoßen.


Mit einer Solarpotentialanalyse wurde die grundsätzliche Eignung der Dächer für Photovoltaik (aber auch Solarthermie) analysiert. Sie wurde für alle Dächer auf dem Gemeindegebiet erstellt und steht allen Bewohner*innen und Betrieben kostenlos zur Verfügung. Im September 2021 wurde eine weitere Photovoltaik-Anlage am Dach des Gemeindeamts umgesetzt. Die Anlage mit einer Leistung von 17,76 kWp wurde als „Gemeinschaftliche Erzeugungsanlage“ in Betrieb genommen. Zehn Beteiligte haben mit 50 Anteilscheinen ihren Beitrag zur Umsetzung geleistet. Die Gemeinde Lengau ist im Zuge dessen auch der Agentur für Erneuerbare Energie e.Genossenschaft beigetreten und beabsichtigt weitere Bürgersolaranlagen im Gemeindegebiet umzusetzen. 

„Wir konnten seit 2015 mit PV-Anlagen auf Kindergärten, Volksschulen und dem Turnsaal der Mittelschule Friedburg bereits 155.000 kWh Strom erzeugen und damit etwa 80 Tonnen CO2 einsparen.  Dieses Mal haben wir in der Gemeindevertretung beschlossen, die Bürgerinnen und Bürger miteinzubeziehen und eine Photovoltaik-Bürgersolaranlage auf dem Dach des Gemeindeamtes zu errichten."

Erich Rippl, Bürgermeister Lengau

Luftbild der Gemeinde Lengau

Die Arbeitsgruppe „Klimaschutz leben“ initiierte zudem eine Veranstaltungsreihe zu aktuellen Themen im Bereich Photovoltaik und Heizungsumstellung für Privathaushalte und Betriebe. Damit kam die Arbeitsgruppe auch einem Umfrageergebnis aus dem Bürgercockpit nach. Demnach wünschten sich die Bürgerinnen und Bürger mehrheitlich Infoveranstaltungen zu den Themen „Erneuerbare Energie & Energiesparen“. 

Agenda.Zukunft Gemeinde Lengau

Weitere Artikel

Moderne, einladende Innenansicht des „Café im Hofmarkt“ mit einem markanten Tresen aus grünen Fliesen, Holztischen entlang einer Fensterfront und stilvoller Industrie-Beleuchtung.
12.02.2026

Neues Café im Hofmarkt eröffnet: Treffpunkt für Genuss und Gemeinschaft

Mit dem „Café im Hofmarkt“ entsteht in Taiskirchen ein neuer Ort der Begegnung, der Genuss, Nahversorgung und regionales Engagement verbindet. Die Idee dazu wurde im Rahmen von Agenda.Zukunft entwickelt, die Umsetzung mit Unterstützung von Leader Sauwald-Pramtal ermöglicht. Nun wurde das Projekt feierlich der Öffentlichkeit vorgestellt.
Ein Mann steht auf einer Bühne neben einem Stehtisch mit Laptop und spricht in ein Mikrofon. Hinter ihm wird eine große Präsentationsfolie an die Wand projiziert. Die Folie zeigt ein Luftbild eines Gebäudekomplexes und den Titel „Zusammen Perspektiven verschieben.“ sowie den Untertitel „Vom Fiktiven, Digitalen, Experimentellen zum Realen, Analogen und Umsetzbaren.“. Im Vordergrund sind die unscharfen Silhouetten der Zuschauer zu sehen.
10.02.2026

RURASMUS - bereit für ein "Auf's Land Semester"?

Agenda.Zukunft ermöglicht bis zu drei zukunftsoffenen Gemeinden eine geförderte Teilnahme am Programm RURASMUS.
Studierende leben und arbeiten für ein Semester direkt vor Ort und bearbeiten konkrete kommunale Aufgabenstellungen. Das Zusammenspiel aus wissenschaftlicher Expertise und lokaler Praxis bringt frische Perspektiven, umsetzbare Ergebnisse und neue Impulse für eine nachhaltige Entwicklung der Gemeinde und des ländlichen Raums.
Zwei Hände halten einen leeren, weißen Bilderrahmen vor eine weite Hügellandschaft mit Bäumen und einem See unter blauem Himmel.
10.02.2026

Gemeinsam Zukunft gestalten: St. Stefan-Afiesl und Offenhausen starten durch

Mit dem Start neuer Agenda.Zukunft-Basisprozesse in St. Stefan-Afiesl und Offenhausen setzen zwei Gemeinden wichtige Impulse für eine nachhaltige, partizipative Entwicklung.
Agenda.Zukunft begleitet beide Kommunen dabei, Zukunftsfragen strukturiert zu bearbeiten und im Zusammenspiel von Politik, Verwaltung und Bevölkerung tragfähige Perspektiven für eine lebenswerte Zukunft zu entwickeln.
Ein kontrastreiches Porträt zweier Generationen vor einem hellen, minimalistischen Hintergrund. Im scharfen Profilvordergrund links sieht man das Gesicht eines älteren Mannes, dessen tiefe Falten von Lebenserfahrung erzählen. Sein Blick ist ruhig in die Ferne gerichtet. Direkt dahinter, leicht weichgezeichnet, blickt ein kleines Kind mit großen, neugierigen Augen in die gleiche Richtung. Die Anordnung verdeutlicht das Zusammenspiel von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
03.02.2026

Zukunft.hören: Das Leben in Zahlen

Im Podcast „Zukunft.hören“ dreht sich alles um Gemeinde- und Regionalentwicklung sowie um innovative Zukunftskonzepte. In der aktuellen Folge widmen wir uns dem spannenden Thema „Das Leben in Zahlen“ und werfen einen fundierten Blick auf die demografische Entwicklung in Oberösterreich.
Wächst oder schrumpft die Bevölkerung? Wie hoch ist die Lebenserwartung? Welche Rolle spielen Familie, Bildung und Geburtenzahlen? Und woher kommen die Menschen, die nach Oberösterreich zuwandern?