Ein gut besuchter Vortragssaal während einer Veranstaltung Regionalen Agenda "Tüfeln für die Region". Im Vordergrund sitzt ein zahlreiches Publikum mit dem Rücken zur Kamera. Auf der Bühne steht der Referent Niko Paech neben einem Holzpult vor einer Leinwandprojektion, die eine Grafik zur Postwachstumsökonomie zeigt. Im Hintergrund sind Banner von Fairtrade Österreich und „Land Oberösterreich“ zu sehen.
News
Mühlviertler Alm
11.05.2026

„Befreiung vom Überfluss“: Niko Paech sprach in Bad Zell über ein gutes Leben mit weniger Konsum

Unter dem Titel „Befreiung vom Überfluss“ sprach der deutsche Ökonom und Wachstumskritiker Niko Paech am 8. Mai im Pfarrsaal Bad Zell über Wege zu einem guten Leben jenseits von Konsumzwang und Wachstumsdenken. Rund 200 Besucher:innen folgten der Einladung der Mühlviertler Alm im Rahmen der Regionalen Agenda „Tüfteln für die Region“.

Im Mittelpunkt des Abends stand die Frage, wie Lebensqualität und Zufriedenheit auch mit weniger Konsum gelingen können. Anhand zahlreicher Beispiele zeigte Paech auf, warum regionale Kreisläufe, Ressourcenschonung und ein bewusster Umgang mit Konsum wichtige Bausteine für eine zukunftsfähige Gesellschaft sind. Seine zentrale Botschaft: Wer sich vom Überfluss befreit, gewinnt oft Zeit, Freiraum und Lebensqualität zurück.

„Die Menschen werden durch ständiges wirtschaftliches Wachstum und mehr Wohlstand nicht automatisch glücklicher, sondern oft nur gestresster“, 

betonte Paech in seinem Vortrag. Viele Menschen hätten verlernt, das zu genießen, was bereits vorhanden ist.

Großes Potenzial sieht Paech in der Stärkung von Reparaturkultur und Eigenversorgung. Menschen wieder dazu zu befähigen, Dinge selbst zu reparieren, könne zugleich eine Chance für die regionale Wirtschaft darstellen. Auch solidarische Landwirtschaften und gemeinschaftliche Formen des Wirtschaftens hob er als wichtige Zukunftsmodelle hervor.
Aus Sicht des Ökonomen könnte auch eine Reduktion der Erwerbsarbeitszeit – etwa auf 20 Stunden pro Woche – ein Schritt hin zu einer weniger konsumorientierten Gesellschaft sein. Dadurch entstünde mehr Zeit für Selbstversorgung, gemeinschaftliches Teilen, Gartenarbeit oder das Haltbarmachen von Lebensmitteln. Neben ökologischen Vorteilen sieht Paech darin auch Chancen für mehr Lebensqualität sowie für eine gerechtere Verteilung von Care-Arbeit zwischen Frauen und Männern.

Dass er seine Überzeugungen auch selbst lebt, machte Paech anhand persönlicher Beispiele deutlich: Er besitzt weder Smartphone noch Auto, fährt mit Fahrrädern aus den 1990er-Jahren, trägt Second-Hand-Kleidung und arbeitet mit einem reparierten Notebook.
Im Anschluss an den Vortrag nahm sich Niko Paech noch Zeit für Fragen und Gespräche mit den Besucher:innen. Dabei zeigte er sich beeindruckt von den vielfältigen Initiativen und Aktivitäten in der Region Mühlviertler Alm.

Eine Gruppe von Menschen steht nach einer Veranstaltung in einem hellen Saal zusammen und unterhält sich angeregt in kleinen Kreisen. Im Hintergrund ist eine Bühne mit einem Banner der „Mühlviertler Alm“ und einer „Fairtrade Österreich“ Fahne zu sehen. Die Atmosphäre wirkt informell und kommunikativ.

 

 

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